Die Gründungsphase der SESB 1991/92

Berliner Regierungskoalition sagt zu

Die Wiedervereinigung veränderte die Rahmenbedingungen für die Initiative: Berlin wurde Bundeshauptstadt, und aus den ersten Gesamt-Berliner Wahlen am 2. Dezember 1990 ging eine Große Koalition hervor. Sie sagte in ihrer Koalitionsvereinbarung im Januar 1991 die „Förderung der Errichtung einer Europäischen Schule als Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe als staatliche Schule“ zu. Im April 1991 fand ein Gespräch zwischen der Europa-Union Berlin und der AG-ISFE mit Schulsenator Jürgen Klemann statt, der seinen politischen Willen ausdrückte, eine Europa-Schule in Berlin zu errichten.

 

Arbeitstagungen beginnen

Am 24. Juni 1991 veranstalteten die Europa Union Berlin mit ihrer AG-ISFE und die Senatsschulverwaltung in den Räumen des Cedefop eine weitere Arbeitstagung zum Thema „Europäische Schule“. Anwesend waren der Generalsekretär der Europaschulen aus Brüssel, Herr Olsen, Vertretern politischer Parteien, zahlreiche Oberschulräte der Senatsschulverwaltung, Fachleute aus Forschung und Praxis sowie Experten des Cedefop. Eine europäische Schule nach dem Brüsseler Modell war weiterhin nicht möglich, aber daraufhin erarbeitete die Senatsschulverwaltung ihrerseits ein Konzept und stellte dies noch im Januar 1991 dem Abgeordnetenhaus vor.

Zeitdokument:
Arbeitstagung Europäische Schule der AG-ISFE

                         Konzept für die Europäische Schule in Berlin

 

Schulausschuss beschließt Gründung der SESB ab Vorklasse

Im Oktober und November 1991 befasste sich der Schulausschuss des Abgeordnetenhauses mit der Europa-Schule; am 14.November 1991 beschloss das Plenum die „Gründung der Europaschule ab Vorklasse ab Schuljahr 1992/93“. Im Beschluss wurde festgeschrieben, dass die AG-ISFE der Europa-Union Berlin an der Weiterentwicklung des Projekts von der Senatsschulverwaltung einzubeziehen ist.

Plenarprotokoll 12/18, 12. Wahlperiode, 18. Sitzung – Berlin, Donnerstag, 14. Dezember 1991, Seite 1410 C, Drucksache 12/763 vom 9. Oktober 1991 und
Drucksache 12/194 vom 14. November 1991

 

Gründung der Planungskommission

Anfang Dezember wurde die Planungskommission der Senatsschulverwaltung mit der Beteiligung der AG ISFE der Europa-Union Berlin gegründet.

Das Gründungskonzept wird erarbeitet

Anfang Januar gründete die Steuerungsgruppe der Senatsschulverwaltung aufgrund der ansonsten nicht zu bewältigenden Themenkomplexität vier Arbeitsgruppen: Grundschule, Oberschule mit Abschlüssen, Curricula, Rechtsfragen.

 

Die Einrichtung der SESB von der Vorklasse bis zur 6. Klasse

Das Abgeordnetenhaus beschloss die Einrichtung der SESB entsprechend der von der Senatsschulverwaltung vorgelegten Strukturskizze von der Vorklasse an bis zur 6. Klasse. Drucksache 12/1113, 12. Wahlperiode

Im Februar 1992 erstellte die Senatsschulverwaltung eine Strukturskizze und einen Problemaufriss zur Errichtung von Gesamtschulen als Staatliche Europa-Schule Berlin (SESB). Das Gründungskonzept der SESB beinhaltete folgende Elemente: Beginn ab Vorklasse und Ganztags organisiert, durchgängige Zweisprachigkeit, muttersprachliches Personal, dezentrale Einrichtung.

 

SESB-Oberschule soll Begegnungsschule sein

Im April legte Oberschulrat Rohde eine Strukturskizze und einen Problemaufriss zur Errichtung von Gesamtschulen als Staatliche Europa-Schule Berlin vor. Es beinhaltete die Forderung, die SESB-Oberschule als Schule mit Begegnungscharakter zu betrachten, d.h., die Sprache sollte als Kommunikationsmittel dienen und nicht als Selektionsmittel missbraucht werden.

Zeitdokument:Das Rhode-Papier

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