Der Schulversuch 1992-2010

Die ersten SESB-Grundschulstandorte eröffnen

Im Herbst 1992 wurden die ersten 6 Grundschulen und Standorte mit Vorklassen auf der Grundlage des inzwischen vom Abgeordnetenhaus genehmigten Schulversuchs eröffnet.

 

Erweiterung des SESB-Angebots

Die CDU/SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus (AHB) stellte den Antrag über „Erweiterung des Angebots der Staatlichen Europa-Schule Berlin (SESB) mit Beginn des Schuljahres 1993/94“. Das AHB beschloss den Antrag, der den Schulversuch für die sechs Standorte der SESB zweizügig bis 2000 sicherte. Drucksache 12/2731, 12. Wahlperiode

Zeitdokument:
AG-Rechtsfragen zur SESB
                        SESB als Gesamtschule/AG-ISFE
                        Gleichberechtigte Gehaltseinstufung
                        Planungsgruppe Oberschule 1992-93
                        Vorschlag Oberschule / Senat-1993

Weiterführung in der Oberschule ist beschlossen, bleibt aber unklar

In der „AG-Oberschule“ der Senatsschulverwaltung wurden verschiedene Übergangsmodelle für die Sekundarstufe I diskutiert: ein gesamtschulähnliches Modell anlehnend an das Rohde-Papier von der AG-ISFE; ein Europa-Gymnasium (Das Probehalbjahr steht offen zur Diskussion!) auf dem Gelände Cité Foch von den ehemaligen französischen Alleierten; bilinguale Züge als Alternative oder Platzhalter für die SESB (an Gymnasien und Realschulen). Die konträren Positionen ließen keine Kompromissbereitschaft in absehbarer Zeit unter den verschiedenen Lagern erwarten. Nach der am 24. Januar abgehaltenen „AG-Oberschule“-Sitzung folgte deshalb keine weitere. Die Weiterführung der SESB-Grundschulstandorte in der Oberschule blieb ungeklärt. Einladungen der Planungskommission, Briefe aus Reinickendorf

Das Ringen um die SESB-Oberschule

Nach erfolgreichem Beginn und Abschluss der inzwischen neun Sprachzweig-Kombinationen stellte sich weiterhin die Frage nach der Weiterführung in der Oberschule. Bekannt wurde die Absicht der Senatsschulverwaltung, die SESB in der Oberschule in allen Berliner Schultypen (Gymnasien, Real- und Gesamtschulen) aufzuspalten. Die AG-ISFE und SESB-Elternvertreter sahen darin eine Verwässerung der SESB-Ziele und die Gefahr des Verlustes der in den Grundschulstandorten gewonnenen Identität. Mit ihrem 7-Punkte-Grundsatzpapier erinnerten sie an das Gründungskonzept und den Begegnungscharakter der SESB. Das Papier wurde der Schulsenatorin Ingrid Stahmer (SPD) zugeleitet.

Zeitdokument:
Das 7-Punkte-Grundsatzpapier
                         Begleitschreiben zum Grundsatzpapier
                         Position zum Grundsatzpapier der PDS

 

Im Februar 1997 sendeten Eltern und Schulleitung der Grundschulstandorte des 16. SESB-Sprachzweiges Deutsch-Französisch Schulsenatorin Stahmer einen Brief mit erweiterten Forderungen.

Zeitdokument:Brief vom 13.02.1997

Die SESB-Oberschule wird in das dreigliedrige Schulsystem eingeordnet

Im Mai gab Senatorin Ingrid Stahmer bekannt, dass die SESB-Oberschule in das gegliederte Berliner Schulsystem eingeordnet wird. Die AG-ISFE betrachtete diese Entscheidung als Fehler, weil dadurch die Gründung der SESB-Oberschule als gesamtschulähnliche und eigenständige Schulform per Gesetz verhindert wurde.

 

Die Planungskommission wird wieder reaktiviert

Im September lud die Planungskommission für die Sekundarstufe I zur Aussprache zum Konzept der Senatsschulverwaltung ein.

Zeitdokument: Mitwirkung der AG-ISFE in Planungskommission

 

Elterninitiative fordert eigenen Oberschulschulstandort

Im Oktober unterstützte die AG-ISFE eine SESB-Elterninitiative (Friedensburg-Initiative), die eine eigenständige Oberschule in einem eigenen Gebäude forderte. Die Eltern hatten ein Aufbaumodell mit Finanzierung für die Asbest-Ruine Friedensburg-Gesamtschule in Charlottenburg erarbeitet. Mit der Ablehnung der Bezirksverwaltung endete das Engagement der enttäuschten Eltern.

 

Die AG Oberschule nimmt ihre Arbeit wieder auf

Im Dezember tagte die AG-Oberschule. Die Senatsschulverwaltung gab die Weiterführung der SESB bis zum Abitur bekannt. Als Schulabschluss galt das Berliner Abitur mit Zusatzformular.

AG-ISFE fordert Umsetzung des Gründungskonzeptes

Im Januar schreibt Frau Charlotte Wegener die Stellungnahme der AG-ISFE zu der Entscheidung der Senatsschulverwaltung betreffend die Weiterführung der SESB-Oberschule. Im Dezember übersandte die AG-ISFE einen Konzeptentwurf zur Diskussion der Schulsenatorin Ingrid Stahmer.

Zeitdokument: Stellungnahme der AG-ISFE im Original

SESB soll Schule besonderer pädagogischer Prägung werden

Die AG-ISFE stellte den Antrag, die Staatliche Europa-Schule Berlin (SESB) in das neue Schulgesetz als Schule mit besonderer pädagogischer Prägung aufzunehmen. Bis zur Verabschiedung des neuen Schulgesetzes gab es verschiedene Gespräche, Vorträge, Anhörungen und Kleine Anfragen.

Das erfolgreiche Ende des Schulversuches

Das Abgeordnetenhaus hatte in seiner Sitzung am 22. April 2010 den Berliner Senat aufgefordert, den Schulversuch „Staatliche Europa-Schule Berlin“ abzuschließen und die Europa-Schulen als Schule besonderer pädagogischer Prägung gesetzlich zu verankern. Die Schulleitungen der SESB-Schulstandorte wurden aufgefordert, einen Fragebogen hinsichtlich des SESB-Schulversuches auszufüllen. Daraus erstellte die Senatsverwaltung ihren Abschlussbericht, den sie dem Abgeordnetenhaus als Parlamentsdokument von Berlin Drucksachen 16/3006 und 16/3128 vorlegte. In ihm heißt es u.a. "Mit dem Erlangen der „Volljährigkeit“ wird die Staatliche Europa-Schule Berlin aus dem Status des Schulversuchs in eine Schule besonderer pädagogischer Prägung überführt (...)."

Zeitdokument:
Abschlussbericht zum Schulversuch der SESB der
                         Senatsschulverwaltung (Drucksachen 16/3006 und 16/3128)

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