Die Idee der SESB

Eine Schule als Antwort auf die Herausforderungen der Integration von Ausländerinnen und Ausländern in Berlin und zur Vorbereitung der Deutschen auf die Anforderungen einer modernen Arbeitswelt in Europa und in der Welt - das war die Idee, die Anfang der 1980er Jahre Form annahm. Folgende Ziele und Grundsätze prägten uns in der Gründungsphase:

(A) Offenheit

Die Schule sollte für alle deutschen und ausländischen in Berlin lebenden Kinder offen sein; sie sollte daher eine öffentliche Schule sein. Da Ende der 1980er Jahre in Berlin viele polnische und türkische Menschen lebten, wollten wir keine „Europäische Schule“ nach Brüsseler Muster für die Kinder der Bediensteten europäischer Institutionen. Wir dachten an das „Europa der Facharbeiter“. Unsere Schule sollte für alle Kinder in Berlin offen sein, unabhängig von der sozialen Stellung ihrer Eltern innerhalb der Gesellschaft. Damit zielten wir auf eine soziale Mischung, und wir strebten auch eine Weiterführung in die Oberschule für alle Schüler an, also eine Gesamtschule.

 

(B) Muttersprachenprinzip

Die ausländischen Schüler sollten die Muttersprache ihrer Eltern weiterlernen, da wir es für ihre eigene Entwicklung als förderlich ansahen. Umgekehrt sollten die deutschen Kinder durch die Anwesenheit von Muttersprachlern und durch die gleichberechtigte Stellung der anderen Sprache (betitelt als „Partnersprache“) besser, natürlicher und tiefer lernen, als das bisher im herkömmlichen Fremdsprachenunterricht geschah.

 

(C) Grundsatz der Parität

Der Grundsatz der Parität (50% Deutsch, 50% andere Sprache) sollte bindend sein: im Stundenplan, bei der Zusammensetzung der Klassen sowie bei der Zusammensetzung des Kollegiums, da jede(r) Lehrer(in) bzw. Erzieher(in) in seiner (ihre) Muttersprache unterrichten bzw. betreuen sollte.

 

(D) Sprachintensität statt Sprachbegabung

Es sollte keine Auslese nach einer sogenannten „Sprachbegabung“ erfolgen. Alle deutschen oder ausländischen Schüler und Schülerinnen sollten nach der Vorgabe 50% für jede Muttersprache aufgenommen werden. Bei einer Übernachfrage sollte ein Losverfahren über die Aufnahme in die Schule entscheiden.

 

(E) Sprachenvielfalt

Wir wollten uns nicht auf bestimmte Sprachen festlegen, da wir uns am tatsächlichen Bedarf orientieren wollten. Dadurch konnten neue Sprachrichtungen aufgenommen werden, sobald ausreichende Schülerschaft mit der nichtdeutschen Sprache vorhanden waren.

 

Mehr zur Geschichte der AG-ISFE (heute AG-SESB)


Europa Machen
TTIP Buergerdialoge
Europa Jetzt