Café Europa - die Asyl- und Migrationspolitik der EU

Ziel des ersten „Café Europa“ im Rahmen des Projekts „ÜberzEUgen im Kiez“ war es, lokale und europäische Perspektiven einer gemeinsamen Asyl- und Migrationspolitik mit Bürgerinnen und Bürgern aus Moabit zu diskutieren. Dazu stellten die Referenten Mathias Hamann von der Berliner Stadtmission und Nikolaus von Peter von der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland vier Leitfragen zur Fortentwicklung der europäischen Asyl-, Migrations- und Integrationspolitik, die die mehr als 25 Teilnehmenden im Rathaus Tiergarten in Arbeitsgruppen diskutierten.

Das letzte Café Europa im Jahr 2018 moderiert von Farisa Alahmad fand in Kooperation mit der Europabeauftragten des Bezirks Mitte, Marina Mantay, und gefördert von der Europa-Union Deutschland als Teil des Projekts „ÜberzEUgen im Kiez“ statt. Damit machte die Europa-Union Berlin den Auftakt, um die europapolitische Debatte zu kontroversen Themen vor der Europawahl im kommenden Jahr in die Kieze zu tragen. Um alle Anwesenden zu Wort kommen zu lassen, war die Veranstaltung in zwei Phasen geteilt. Zuerst diskutierten vier Arbeitsgruppen die Fragen einer solidarischen Verteilung von Geflüchteten innerhalb der EU, einer Kooperation mit Drittstaaten, der Schaffung einer EU-Integrationspolitik und des Abbaus von Ängsten und Klischees. Als eines der zentralen Themen der verschiedenen Gruppendiskussion hoben die Teilnehmenden die Frage der Bildungs- und Aufklärungsarbeit hervor. Sie ist der Schlüssel zur Integration und auch zum Abbau von Vorurteilen und Ängsten.

 

Oft stoßen jedoch rationale Argumentationen und damit auch Aufklärung an ihre Grenzen, wenn die Bereitschaft fehlt, die eigene Meinung zu ändern. Viele Menschen halten lieber an eigenen Mythen und Vorurteilen trotz der Konfrontation mit Fakten, die diese entkräften, fest. Sie lassen sich nur auf der emotionalen Ebene abholen. Hierfür leisten Begegnungen zwischen Geflüchteten und Einheimischen einen wichtigen Beitrag, um (Kennen-) Lernprozesse auf beiden Seiten anzustoßen. In den Politikbereichen der Integration und Bildung hat die EU jedoch nur die Kompetenz, flankierende Maßnahmen zu ergreifen und die Mitgliedstaaten zu unterstützen.

 

Diese Problematik machte nochmals ein grundlegendes Spannungsverhältnis deutlich: Wie lässt sich europaweit eine gemeinsame Asylpolitik umsetzen, wenn sich der Erfolg konkreter Asyl- und Integrationspolitik auf der lokalen Ebene entscheidet?

 

Text und Fotos: Julia Klein und Julian Plottka

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