Kiezspaziergänge

Auf europäischen Spuren durch Pankow

Bericht von Lisa Kühn (kuehn(at)europa-union-berlin.de)

Am 31. Oktober 2021 lud die Europa-Union Berlin unter dem Motto „Europa im Kiez“ zum Spaziergang durch Alt-Pankow ein. Etwa 20 Teilnehmende folgten bei sonnigem Herbstwetter der Einladung, viele von ihnen Pankower:innen, die durch diese Veranstaltung erstmals auf die Europa-Union aufmerksam geworden waren.

An insgesamt neun Stationen zeigte sich, welche vielfältige europäische Spuren sich im Kiez Alt-Pankow finden lassen: Von historischen Ereignissen über EU-geförderte Projekte bis hin zu bürgerschaftlichem Engagement und Orten der Begegnung.

So besuchten wir den Amalienpark, wo die berühmte Schriftstellerin Christa Wolf gewohnt hatte, die auch Mitglied der Europäischen Akademie der Künste war. Am Schlosspark trafen wir den Zeitzeugen Hans-Jürgen Misselwitz, der als ehemaliger Staatssekretär im DDR-Außenministerium zur Wendezeit die DDR-Delegation bei den Verhandlungen zum 2+4 Vertrag geleitet hat, die teilweise in Pankow in den Gebäuden der heutigen Bundesakademie für Sicherheitspolitik stattfanden.

In der Alt-Pankower Kirche berichtete Ruth Misselwitz vom Wirken des Pankower Friedenskreises, der sich seit 1981 über 40 Jahr lang für Demokratie und Frieden in Europa engagiert. Weiter ging es zum Rathaus, wo die Gruppe die EU-Beauftragte des Bezirks, Dr. Ute Waschkowitz traf. Sie stellte die Europa-Arbeit des Bezirks vor und kam mit den Teilnehmenden u.a. zur Konferenz zur Zukunft Europas und zur Stärkung der Europa-Kompetenz in der Verwaltung ins Gespräch.

In der Jugendkunstschule Pankow wurde uns das Ergebnis des deutsch-polnischen ArtCamps durch den Künstler Martin Enderlein vorgestellt, in dessen Rahmen Jugendliche aus Pankow und der Partnerstadt Kołobrzeg (Kolberg) einmal im Jahr zusammenkommen und künstlerisch aktiv werden.

Gleich zwei Beispiele von EU-Förderung im Bezirk begegnete uns auf dem Spaziergang: sowohl die Montessorischule in der Hadlichstraße, als auch die Museumsbäckerei in der Wollankstraße wurden mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. In der Bäckerei konnte die Gruppe den spannenden Geschichten von Ruthild Deus, ein echtes Pankower Urgestein, lauschen und frisch gebackenes Brot verkosten.

Seinen Abschluss nahm der Spaziergang dann bei Kaffee und Kuchen im SprachCafé Polnisch in der Schulzestraße, wo Agata Koch die Arbeit des SprachCafés und seine Bedeutung als europäischen Begegnungsort mitten in Pankow vorstellte.