Europäischer Kiezspaziergang durch Friedrichshain
Zusammengestellt von Grit Bendmann, Ronald Frank, Martin Görlich und Andreas Streit.
Der Bezirk Friedrichshain entstand bei der Gründung Groß-Berlins 1920. Der Name war als Stadtgebietsname neu und leitete sich vom Volkspark am Rande des damaligen Bezirks her, der wiederum auf den König Friedrich II. Bezug nahm. Der Bezirk Kreuzberg erhielt 1920 seinen Namen nach der im Südwesten gelegenen Anhöhe, dem Kreuzberg im heutigen Viktoriapark. Bis nach dem Mauerfall befand sich der Stadtbezirk Friedrichshain in Ost-Berlin, der Stadtbezirk Kreuzberg in West-Berlin. Die Teilung war das Ergebnis des Zweiten Weltkriegs. So hatten sie eine recht unterschiedliche politische und verwaltungstechnische Entwicklung genommen. Am 1. Januar 2001 wurden die zuvor eigenständigen Berliner Bezirke Kreuzberg und Friedrichshain zum neuen Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg vereinigt.
Der Bezirk ist Bühne und Heimat für Kreative. Das gilt nicht nur für die Musik. Künstler schaffen hier ihre Freiräume, auf den Straßen, in den Hinterhöfen und Ateliers. In der reichen Vielfalt von Friedrichshain-Kreuzberg kommen die unterschiedlichsten Menschen, Mentalitäten und Lebensentwürfe zusammen. Das macht den besonderen Charme dieses Kiezes aus. Und der Bezirk hat das Konzept „FairKiez für alle“ entwickelt - damit es so bleibt. Eine Mischung aus interaktiven Veranstaltungen und gezielten Informationen macht auf Missstände aufmerksam und wirbt für ein friedliches und rücksichtsvolles Miteinander.
Auf diesem europäischen Kiezspaziergang erkunden wir das Areal um den Volkspark.
Station 1: Volkspark Friedrichshain
Ecke Friedenstraße/Am Friedrichshain
Start dieses Spaziergangs ist der Eingang Friedenstraße/Am Friedrichshain zum Volkspark Friedrichshain, gut vom Alexanderplatz mit der Tram M4 erreichbar.
Anlässlich des 100. Jahrestages der Thronbesteigung Friedrichs des Großen beschlossen die Stadtverordneten Berlins im Mai 1840 eine große Grünfläche im Osten der Stadt anzulegen, die den Namen des Monarchen tragen sollte. Sie wurde der erste kommunale Park Berlins, also das erste städtische Grün, das nicht von Königshaus oder Adel und ausschließlich für das Volk geschaffen wurde.
Ein Spaziergang durch den Friedrichshain ist ein Gang durch die Geschichte der Demokratie in Deutschland und damit auch Europa. Angefangen von der Märzrevolution 1848 über die Irrwege des 20. Jahrhunderts bis zur friedlichen Revolution in der DDR von 1989 erinnern viele Denkmale und gestalterische Elemente an prägende Kapitel der deutschen Historie.
Nach dem Ende des Krieges 1946 wurden zwei große Flack-Bunker gesprengt und die Ruinen mit Bauschutt verfüllt und überdeckt. Der dadurch entstandene Trümmerberg („Mont Klamott“) wurde im Verlauf der Parkerneuerung begrünt.
Wegbeschreibung: Wir gehen geradewegs in den Park hinein und sehen schon die Arkaden des Märchenbrunnens.
Station 2: Der Märchenbrunnen
EDas Brunnenensemble, mitsamt dem dahinterliegenden Delphinbrunnen, kam erst Anfang des 20. Jahrhunderts nach italienischen Vorbildern aus Rom und Florenz hinzu.
Die Steinskulpturen des Bildhauers Ignatius Daschner, Figuren aus den Märchen der Gebrüder Grimm mit Wasserfontänen und diversen Naturornamenten, wurden im Juni 1913 eingeweiht. Die Brunnenanlage wurde alsbald zum beliebten Erholungsort der Berliner. Aufgrund des großen Besucherandrangs bei der Einweihung blieb ein kurioses Bild in Erinnerung: Etliche Kinderwagen mussten wegen Überfüllung am Eingang des Brunnens geparkt werden.
Die Märchensammlungen der Gebrüder Grimm sind vor allem auch Erzählungen, Überlieferungen und Erinnerungen gebildeter Frauen hugenottischer Abstammung aus Frankreich. Heute weiß man, dass die Märchen europaweit zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten entstanden sind und sich verbreiteten. Oftmals variierten lediglich die Namen oder der Verlauf beziehungsweise die Strukturen in den Erzählungen. Die Botschaft, Lehre oder die Moral der zahlreichen Geschichten waren und sind europaweit größtenteils ähnlich oder gar identisch.
Wegbeschreibung: Am Ausgang des Delphinbrunnen halten uns rechts und wandern entlang der Plansche und dem Kinderspielplatz zur Gedenkstätte der Deutschen Interbrigadisten
Station 3: Gedenkstätte der Deutschen Interbrigadisten
Dieses Denkmal wurde 1968 von SED und dem Komitee der antifaschistischen Widerstandkämpfer aufgestellt zum Gedenken an die deutschen kommunistischen Kämpfer der Internationalen Brigaden, die im spanischen Bürgerkrieg 1936-39 gegen den General und Diktator Francisco Franco gefallenen waren. In diesem Bürgerkrieg haben unter anderem Deutsche (Kommunisten) gegen Deutsche (Hitlers Legion Condor) gekämpft.
Spaniens Weg hin zur EU-Mitgliedschaft war ungewöhnlich. Ist eigentlich noch bekannt, dass Spanien noch weit bis in die 1970iger Jahre eine Militärdiktatur hatte? General Franco starb erst 1975. Er hatte nach dem Krieg eine Schein-Monarchie etabliert, ohne König nur mit ihm selbst als alleinherrschender Caudillio (Führer). In seinem Testament hat er dann den jungen Juan Carlos I. aus dem Hause Burbon zu seinem Nachfolger als Staatsoberhaupt bestimmt.
Juan Carlos war aber ein fortschrittlicher Mensch. Er unterstützte die von allen politischen Bewegungen im Land gewollte Demokratisierung. 1978 wurde eine neue Verfassung für eine parlamentarische und konstitutionelle Monarchie verabschiedet. Das passte dem Militär gar nicht, das um Macht und Privilegien fürchtete, und so kam es 1981 tatsächlich noch zu einem Putsch bei dem Gewehrsalven in die Decke des Plenarsaales gefeuert wurden und das gesamte Parlament als Geisel genommen wurde. Juan Carlos trotzte aber dem Militär und verkündete, dass man ihn erst töten müsste bevor in Spanien erneut eine Militärdiktatur errichte werden könnte. Daraufhin brach der Putschversuch zusammen.
Die Mehrheit der Bevölkerung, die die Franco-Diktatur endgültig hinter sich lassen wollte, unterstützte die demokratischen Kräfte und befürwortete eine schnelle Mitgliedschaft in der EG als Garantie für die Erhaltung der Demokratie. Der spanische Philosoph Jose Ortega y Gasset, ein bekennender Euro-Föderalist, prägte den Satz „Spanien ist das Problem, Europa ist die Lösung“. So wurde Spanien dann am 1. Januar 1986 das 12. Mitglied der Europäischen Gemeinschaft.
Wegbeschreibung: Wir gehen hinunter zur Friedenstaße und gleich wieder in den Park hinein. Ziel ist zunächst der kleine See mit Springbrunnen („Fountain“) den wir linksseitig umwandern und dann weiter zum Eingang des Friedhofs der Märzgefallenen (Info-Stehle) gehen.
Station 4: Friedhof der Märzgefallenen
Ernst-Zinna-Weg
ie Stele am Eingang des Friedhofs der Märzgefallenen gibt einen ersten Überblick. Auf dem Gelände selbst gibt es überdies ein Dokumentationszentrum, welches vor allem bei Abitur-SchülerInnen sehr beliebt ist, da hier Interdependenzen des gesamten Zeitraums, der Revolution von 1848/49, in Deutschland und europaweit, erfahrbar wird.
Am 18. März 1848 ging ein Teil der Berliner im wahrsten Sinne des Wortes auf die “Barrikaden“. Sie forderten vom preußischen König, Wilhelm IV, vor allem materielle Verbesserungen aufgrund der unglaublichen sozialen Missstände – 85% der Märzgefallenen waren junge Arbeiter, die in prekären Lebensumständen zu Beginn der Industrialisierung ihr Dasein fristen mussten. Im gesamten 19. Jahrhundert verließen aus diesem Grund über 50 Millionen Europäer ihre Heimat.
An diesem Tag, dem 18. März, kam es zu einem Missverständnis. Der König war zu Zugeständnissen und Gesprächen bereit, wurde aber aufgrund des großen Tumults von seinem Balkon aus nicht gehört. Es fielen zwei Schüsse und die sogenannten Berliner Barrikadenkämpfe nahmen ihren Lauf. Das der König die Forderungen der Revolutionäre nicht wirklich nachgeben wollte, wird unter anderem dadurch deutlich, dass er im Verlauf der Revolution die Kaiserkrone, die ihm quasi durch das Volk übergeben wurde, ablehnte. Nach und nach wurden alle liberalen Zugeständnisse wieder zurückgenommen und sogar verschärft.
Was wollten die Revolutionäre in Deutschland und/oder in den verschiedenen Regionen Europas? Die Demokratiebewegungen wollten ein gewähltes gesetzgebendes Parlament mit gleichen Stimmrechten für alle. Gleichheit vor dem Gesetz. Pressefreiheit. Versammlungsfreiheit und Vereinsfreiheit. Abschaffung diverser Privilegien der Aristokraten. Überdies, in den jeweiligen Revolutionsorten, die nationale Einheit (in Deutschland: Schwarz-Rot-Gold, Einigkeit, Recht und Freiheit), als Symbol und dem Gefühl einer schichtübergreifenden Zusammengehörigkeit. Alle sind gleich: Arbeiter, Bauern, Bürger und auch Adlige.
Als am 9. November 1848 der charismatische Revolutionär und Abgeordnete der Frankfurter Paulskirche, Robert Blum, in Wien unrechtmäßig von der Habsburger Monarchie im Schnellverfahren verurteilt und erschossen wurde, verloren viele Menschen die Hoffnung, dass demokratische und liberale Verbesserungen tatsächlich noch umgesetzt werden könnten. Die Revolution verlief im Sande und galt seitdem vorerst als gescheitert.
Erst 70 Jahre später, am 9. November 1918, erfüllten sich, durch die Gründung der Weimarer Republik, viele Wünsche und Forderungen der Revolutionäre. Aber leider nicht lange. Für alle sichtbar, wiederum an einem 9. November (1923, Hitlerputsch) und am 9. November 1938 (Reichspogromnacht), führte in die dunkelste Zeit der deutschen Geschichte.
Erst mit der friedlichen Revolution von 1989/90 in der damaligen DDR, mit der Grenzöffnung des Eisernen Vorhangs, mitten in Europa, am 9. November 1989, gingen die Forderungen - in Einheit und Freiheit - der Revolutionäre von 1848/49 und somit auch der Märzgefallenen in Erfüllung. Somit war ihr Tod nicht umsonst.
Die Demokratie ist nie zu Ende. Sie muss jeden Tag von Neuem errungen, verhandelt, neu justiert und im Zweifel auch erkämpft werden.
Wegbeschreibung: Wir gehen hinunter zur Landsberger Allee, biegen nach links und überqueren die Straße an der Ampel. Dort folgen wir der Matthiasstraße und biegen in die Pufendorfstraße, in der wir auf der linken Seite das Umweltforum erreichen.
Station 5: Umweltforum/Auferstehungskirche
Pufendorfstraße 11 / Friedenstraße 83
Dieses interessante Gebäude ist ein Hybrid einer Teilrekonstruktion der Auferstehungskirche zusammen mit einem modernen Konferenzzentrum, das auch mit EU-Mitteln realisiert wurde. Seit 2003 ist es das Umweltforum, ein Veranstaltungszentrum mit ökologischer Ausrichtung. Es ist Teil der GmbH „Besondere Orte“ deren Gesellschafter (verschiedene kirchliche Institutionen) die GmbH zur Nachhaltigkeit orientierten Unternehmensführung und zur Bewahrung der Schöpfung verpflichtet haben. „Besondere Orte sind mehrere Eventlocations und ein Restaurant - alle im Herzen Berlins gelegen. Begonnen hat alles vor 25 Jahren mit 100 % Strom aus erneuerbaren Energien, Biosaft und fairem Kaffee. Die „Besonderen Orte“ sind die ersten in Deutschland, die nach dem anspruchsvollen Umweltmanagementsystem 2012 EMAS, das Eco-Management and Audit Schema (EMAS) der EU, zertifiziert wurden. Der Kirchenteil wird weiterhin von der Gemeinde genutzt. Ein gemeinsamer Saal kann schnell und technisch intelligent von einer Kirchenraum zum Konferenzsaal umgebaut werden.
Die Auferstehungskirche wurde auf einem ehemaligen Armenfriedhof von 1892 bis 1895 erbaut. Zwischen 1943 und 1945 während des Zweiten Weltkrieges zerstörten drei Bombenangriffe den Bau fast vollständig. Im Jahre 1947 erfolgte die Planung einer Notkirche mit vereinfachtem Wiederaufbau. Im Jahre 1957 war der Kirchenraum dann vollständig wetterfest. Während der DDR-Zeit hat sich die Kirche besonders um die problematische Situation vieler Jugendlicher, die sich in die Lebensweg-Vorgaben des DDR-Regimes nicht einfügen konnten oder wollten, bemüht. Der Musiker Günter Holwas und Kreisjugendpfarrer Rainer Eppelmann kamen auf die Idee, „genehmigungsfreie“ Jugendgottesdienste mit Bluesmusik-Einlagen zu versehen und veranstalteten am 1. Juni 1979 den ersten derartigen Gottesdienst. Diese Mischung aus Musik, Systemkritik und Gebet zog bald Tausende an. Auch fanden hier viele Veranstaltungen der Friedensbewegung der 80iger Jahre statt.
Wegbeschreibung: Wir biegen links in die Friedenstraße und folgen ihr bis sie in einer Kurve in die Straße der Pariser Kommune mündet. Dort biegt auch von rechts die Palisadenstraße ein. Gegenüber sehen wir schon das „Umspannwerk Ost“ in dem sich das Berliner Kriminaltheater befindet.
Station 6: Kriminaltheater
Palisadenstraße 48
Im Frühling 2025 feierte das Berliner Kriminal Theater im ehemaligen Umspannwerk OST, in Friedrichshain, 25- jähriges Bühnenjubiläum. Das gesamte Ensemble steht buchstäblich unter Strom: Mit einem Repertoire von momentan etwa 20 Stücken und überdies mit 60 bis 70 Gastspielen (von Sylt bis Wien) pro Jahr, faszinieren sie ihr Publikum. Klassische (Agatha Christie) und moderne (Sebastian Fitzek) Aufführungen à la couleur werden von dem internationalen Team spannend und lehrreich interpretiert und bieten nachdenkliche Stunden für Jung und Alt. Weitere Informationen unter: www.kriminaltheater.de
Was bewegt die EU auf diesem Gebiet? Als Reaktion auf die Corona-Pandemie wurden im Jahr 2020 strategische Maßnahme ins Leben gerufen, um den von den Auswirkungen der Pandemie betroffenen Bereich der darstellenden Künste zu unterstützen und die bereits bestehende Unterstützung zu verstärken. Im Rahmen der Europäischen Theaterinitiative hat die EU-Kommission eine Studie über Theater und das europäische Theaterforum durchgeführt. Ziel war es, durch Partnerschaften und internationale Zusammenarbeiten einen Weg zu einem strukturierteren Dialog innerhalb des Theatersektors und mit politischen Entscheidungsträgern auf nationaler und europäischer Ebene zu ebnen.
Wegbeschreibung: Wir biegen nach rechts in die Straße der Pariser Kommune, die wir gleich auf die linke Seite überqueren. Kurz darauf erreichen wir die breite Karl-Marx-Alle.
Station 7: Karl-Marx-Allee
Die ehemalige Stalinallee wird im Bereich Friedrichshain gesäumt von eindrucksvollen Wohnbauten, entstanden von 1952-58 in sozialistischer Tradition nach Moskauer Vorbild (sieh auch Bild in der Einführung). Die überdurchschnittlich breite Straße war nicht nur für den städtischen Verkehr vorgesehen, sondern sollte Ost-Berlins Anspruch als Hauptstadt gerecht werden sowie für Aufmärsche und Paraden dienen. Die sehr großzügig angelegten Wohnungen sollten Paläste für die Arbeiter sein, die die Überlegenheit gegenüber dem kapitalistischen Westen zur Schau tragen.
Besondere Bedeutung erlangte dieser Straßenabschnitt beim Aufstand vom 17. Juni 1953. Die Arbeiter auf den Großbaustellen der damaligen Stalinallee begannen am 16. Juni (Bild oben, Rosengarten) mit Streiks gegen die vom Zentralkomitee der SED angeordnete allgemeine Erhöhung der Arbeitsnormen. Die Demonstrationen breiteten sich schließlich in großen Teilen der Stadt aus und setzten sich in der gesamten DDR fort.
Das war nicht der einzige Aufstand, der hier seinen Anfang nahm. 1708 vom Markgrafen Albrecht Friedrich von Brandenburg-Schwedt als Verbindung zum Schloss Friedrichsfelde angelegt trug der Verkehrsweg spätestens in den 1780er Jahren den Namen Große Frankfurter Straße. Eine Gedenktafel an der Ecke zur Karl-Marx-Allee am Haus Berlin des Strausberger Platzes erinnert an die Verteidiger der Barrikade in der Großen Frankfurter Straße während der Märzrevolution von 1848 (siehe auch Station 4). Rund 70 Jahre später, nach dem Ersten Weltkrieg, war der Straßenzug während der Novemberrevolution erneut Schauplatz von Barrikadenkämpfen.
Wegbeschreibung: Wir wenden uns nach links. Gleich das erste Gebäude ist das Computerspielemuseum.
Station 8: Computerspielemuseum
Karl-Marx-Allee 93a
Das 1997 gegründete private und gemeinnützige Museum arbeitete früh auf europäischer Ebene. Erst durch die Verbindung zu anderen internationalen Partnern kann der Versuch, eine Geschichte der Videospiele zu erzählen, auch nur ansatzweise gelingen. In diesem Jahr 2025 sind die Verbindungen insbesondere in Richtung Slowenien und Griechenland sehr stark und sollen die dortigen Communities beleuchten.
Das Museum hat in seiner Geschichte auch schon mehrfach von Förderungen durch die EU profitiert, sei es durch direkte finanzielle Unterstützung oder als Projektpartner.
Der Schwerpunkt der Arbeit liegt, wie bei allen Museen, natürlich auf den jährlich über 140.000 Besucherinnen und Besuchern. Ein beachtlicher Teil dieser Gäste kommt aus dem europäischen Ausland. Daher ist es immer notwendig, diese Perspektiven sowie die Software und Hardware aus diesen Regionen zu beleuchten. Ein Highlight sind dabei immer Geräte und Programmiersprachen, die schon früh Grenzen überschritten haben und sich beispielsweise auch nicht durch den Eisernen Vorhang aufhalten ließen. Schon früh in der Geschichte des Gamings wurde in denselben Sprachen gesprochen und programmiert."
Das Museum hat seine Räumlichkeiten im ehemaligen Ostberliner "Café Warschau". Nach der Eröffnung am 1. Mai 1953 wurde das Café zu einem der bekanntesten und beliebtesten Lokale der DDR über deren Grenzen hinaus. Der Innenraum bot über 400 Plätze auf 2 Etagen, die Terrasse noch einmal etwa halb so viele Plätze. Die geschwungene Treppe vor dem legendären Mosaik führte in die obere Etage des Cafés, die vor dem Einzug des Museums durch Renovierungsarbeiten abgetrennt wurde. Auch Prominente, Politiker und Künstler nutzten die lebendige Umgebung. Zum Beispiel der Schriftsteller Horst Bastian. Nach 1989 blieben die Besucher aus und das Café musste schließen, ebenso wie das Café Budapest und das Café Moskau in der Karl-Marx-Allee in der Nachbarschaft.
Wegbeschreibung: Hier endet unser Spaziergang. Die U-Bahn-Station „Weberwiese“ ist von hier aus schnell zu erreichen. Links neben dem Museum befindet sich die Gaststätte James June mit Sommergartenbetrieb zur Erholung vom Marsch. Weitere Gelegenheiten zur Erholung gibt es entlang der Karl-Marx-Straße auf dem Wege zum Frankfurter Tor.
Die Europa-Union Deutschland (EUD) ist die größte Bürgerinitiative für Europa in Deutschland. Unabhängig von Parteizugehörigkeit, Alter und Beruf engagieren wir uns für die europäische Einigung. Wir sind aktiv auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene. Die Europa-Union Berlin (EUB) möchte den Bürger:innen der Stadt und auch unseren Gästen zeigen, wo und wie in der Stadt Europa gegenwärtig ist und auf unser Leben wirkt. Dazu organisieren wir Europäische Kiezspaziergänge, um in unseren lebendigen Nachbarschaften europäische Spuren aufzuzeigen. Unsere Kiezspaziergänge sind grundsätzlich als reale Begegnung der Teilnehmer:innen und gemeinsame Erwanderung der Stationen mit persönlicher Begrüßung und Erläuterung der besuchten Einrichtungen konzipiert.