"Dein Europa: Recht, Respekt - Realität?" - 73. Europäischer Wettbewerb 2026

Preisverleihung in Berlin am 2. Juni 2026 im großen Festsaal des Roten Rathauses

Der Festsaal des Roten Rathauses war am 2. Juni 2026 bis auf den letzten Platz gefüllt. Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie Familienangehörige und Gäste waren der Einladung der Europa-Union Berlin e.V. (EUB) und der Jungen Europäischen Föderalisten Berlin-Brandenburg (JEF:BB) zur Verleihung der Preise des 73. Europäischen Wettbewerbs gefolgt. Bereits zum fünften Mal fand die Berliner Preisverleihung in dem traditionsreichen Saal des Berliner Rathauses statt.

Für den musikalischen Rahmen sorgte erneut die Big Band des Heinz-Berggruen-Gymnasiums. Mit drei abwechslungsreichen Darbietungen – darunter ein Stück mit zwei Sängerinnen – begeisterte sie das Publikum und wurde mit großem Applaus gefeiert.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte die Ehrenvorsitzende der Europa-Union Berlin, Katharina Borngässer, die Preisträgerinnen und Preisträger sowie die Gäste, insbesondere Staatssekretär Dr. Torsten Kühne, der spontan für die Senatorin für Bildung, Jugend und Familie eingesprungen war.

In ihrer Begrüßung griff Borngässer auch das diesjährige Wettbewerbsthema „Dein Europa: Recht, Respekt – Realität?“ auf. Menschenrechte seien das Fundament Europas und gäben Freiheit, Gleichheit und Menschenwürde, Orientierung und Halt. Angesichts von Kriegen, politischen Konflikten, sozialer Ungleichheit und den Folgen des Klimawandels werde jedoch deutlich, wie verletzlich diese Werte seien. Das Wettbewerbsthema forderte deshalb dazu auf, darüber nachzudenken, wie europäische Werte nicht nur bewahrt, sondern auch im Alltag gelebt werden können.

Die hohe Aktualität des Themas spiegelte sich auch in den Teilnehmerzahlen wider. Bundesweit beteiligten sich 74.938 Schülerinnen und Schüler aus Deutschland sowie den Deutschen Schulen im Ausland am 73. Europäischen Wettbewerb. In Berlin reichten 1.516 Schülerinnen und Schüler aus 33 Schulen insgesamt 284 Arbeiten ein. 75 Berliner Beiträge wurden mit einem Landespreis ausgezeichnet. Besonders erfreulich: 20 Berliner Arbeiten wurden auf Bundesebene prämiert. An diesen Arbeiten waren insgesamt 54 Schülerinnen und Schüler beteiligt, da dieses Jahr auch Arbeiten in größeren Gruppen erstellt wurden.

Einen ersten Eindruck von der Vielfalt und Qualität der eingereichten Beiträge vermittelte das traditionelle Best-of-Video, das ausgewählte Wettbewerbsarbeiten präsentierte.

An die Stelle der sonst üblichen Laudatio der Bildungssenatorin trat in diesem Jahr eine kurze Podiumsdiskussion. Moderiert von Marly Barry, Landesbeauftragte für den Europäischen Wettbewerb Berlin, diskutierten Staatssekretär Dr. Torsten Kühne, Cihan Mutlu, Lehrer der Bergmannkiez-Gemeinschaftsschule, sowie drei seiner Schülerinnen und Schüler der 6. Klasse über ihre Erfahrungen mit dem Wettbewerb.

Die Schülerinnen und Schüler berichteten von ihrer Herangehensweise an das Projekt und davon, wie sie ihre Ideen entwickelt und umgesetzt haben. Staatssekretär Dr. Kühne erläuterte, wie europäische Bildung an Berliner Schulen gefördert wird und welche Bedeutung dem Europäischen Wettbewerb dabei zukommt. Der Lehrer schilderte, warum er sich Jahr für Jahr für die Teilnahme seiner Klassen engagiert. Besonders bereichernd sei es zu erleben, mit welcher Konzentration und Kreativität Schülerinnen und Schüler an den Aufgaben arbeiten, unterschiedliche Medien ausprobieren und sich dabei intensiv mit europäischen Themen auseinandersetzen. Die sichtbaren Lernfortschritte und die fertigen Ergebnisse seien für ihn eine große Motivation. Staatssekretär Dr. Kühne bekannte sich dabei ausdrücklich als überzeugter Europäer und betonte die Bedeutung europäischer Bildung für die Zukunft der Demokratie.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand anschließend die Ehrung der Preisträgerinnen und Preisträger. Begleitet von großem Applaus wurden die Berliner Landes- und Bundespreisträger auf die Bühne gebeten und für ihre herausragenden Arbeiten ausgezeichnet. Die prämierten Beiträge zeigten eindrucksvoll, wie differenziert sich Kinder und Jugendliche mit Fragen von Recht, Respekt und gelebten europäischen Werten auseinandersetzen. Ob in Bildern, Texten, Filmen oder multimedialen Projekten – die Arbeiten überzeugten durch Kreativität, Engagement und inhaltliche Tiefe.

Mehrfach wurde im Verlauf der Veranstaltung allen Beteiligten gedankt, die den Europäischen Wettbewerb Jahr für Jahr möglich machen. Besonderer Dank galt den Lehrkräften, die ihre Schülerinnen und Schüler bei der Entwicklung und Umsetzung der Beiträge begleiten und damit einen wichtigen Beitrag zur europäischen Bildungsarbeit leisten. Auch Staatssekretär Dr. Torsten Kühne würdigte dieses Engagement ausdrücklich und dankte den Lehrkräften für ihren Einsatz.

Den musikalischen Schlusspunkt setzte erneut die Big Band des Heinz-Berggruen-Gymnasiums, die für einen stimmungsvollen Ausklang der Veranstaltung sorgte, die einmal mehr gezeigt hat, wie lebendig europäische Bildung an Berlins Schulen ist und mit welchem Ideenreichtum junge Menschen aktuelle Herausforderungen Europas reflektieren.